Alpen
Wer die Geschichte des Dorfes Amden erforscht, stösst früh auf Einträge zu den Ammler Alpen. Unsere Alpen waren wichtige Wirtschaftszweige früherer Besitzer wie z.B. Gotteshäuser. Es ist daher nicht überraschend, dass die Regelung der Alpgrenze Amden-Toggenburg, die älteste noch in Originalschrift vorhandene Urkunde Amdens ist, erstellt im Jahr 1480.
Zu Beginn des 15. Jahrhundert gehörte die Alp Matte dem Kloster Einsiedeln. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts regelt ein Spruchbrief die Alpnutzung zwischen den Bauern- und Alpengenossenschaften Hinterberg (Gotteshausgut im Besitz des Klosters Schänis) und Vorderberg (Eigengut im Besitz der jeweiligen Grundherren im Gaster).
Nach der Auflösung des Klosters Schänis wurde lange und intensiv verhandelt: Gehören die Alpen den Viehbesitzern oder nicht? Immer mehr Alpen gehen von den Gotteshausalpen zu den Gemeindealpen über. Das bedeutete aber nicht, dass nach der Gründung der Ortsgemeinde Amden automatisch alle Alpen in deren Besitz übergingen. Dazu waren weitere Jahre des Aushandelns nötig, z.B. wurden erst im Jahr 1904 die privaten Alphütten den Eigentümern abgekauft.
Die Ortsgemeinde Amden ist für den Unterhalt von 27 Alpen mit rund 50 Alphütten zuständig. Da die Gemeinde landschaftlich durch eine grosse Schlucht in zwei geteilt scheint, spricht man seit jeher vom Teil Vorderberg und dem Teil Hinterberg. Auch die Alpen werden bei uns in zwei Resorts aufgeteilt und von zwei Ortsgemeinderäte beaufsichtigt.
Die Alp Hinterberg besteht aus 14 Teilalpen mit insgesamt 356 Normalstössen und die Alp Vorderberg besteht aus 13 Teilalpen mit insgesamt rund 448 Normalstössen. Die Bestossung der Alpen erfolgt in der Regel anfangs Juni und endet am 12. September. Die Mehrheit der Alpen wird von im Ort ansässigen Landwirten bewirtschaftet, was kurze Anreisewege und flexibles Pendeln zwischen Alp- und Heimbetrieb ermöglicht. Ein Grossteil der Alpen ist mit einer Strasse erschlossen, so dass auf den Ammler Alpen die Milch nicht mehr direkt verarbeitet wird.
